Schmerzentstehung

Abnutzungserscheinungen und die daraus resultierenden Schmerzen sind typisch für unser modernes Leben. Bewegungsmangel wirkt sich beispielsweise direkt auf unsere Bandscheiben aus. Man kann sich die Bandscheiben wie einen Schwamm vorstellen, der sich mit Flüssigkeit vollsaugt. Nur eine mit ausreichend Flüssigkeit gefüllte Bandscheibe kann als Stossdämpfer funktionieren. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt durch den Austausch von Gelenkflüssigkeit. Dieser ist aber nur möglich, wenn die Wirbelsäule bewegt wird.

Nehmen wir nun unphysiologische Zwangshaltungen ein, wie das stundenlange, regungslose Sitzen in einem Flugzeug oder auf Bürostuhl, so wird die Nährstoffzufuhr reglementiert und es wird ein unnatürlicher Druck auf diese sensiblen Strukturen ausgeübt. Die Puffer schrumpfen und werden porös. Es kommt zum Wasserverlust. Eine Bandscheibenvorwölbung, dass heißt der gallertige Kern der Bandscheibe wölbt den Faserring an der schwächsten Stelle nach außen, oder ein Bandscheibenvorfall können die Folge sein. In letzterem Fall durchbricht der Gallertkern den Faserring und tritt nach außen. Dies muss nicht zwangsläufig zu Schmerzen führen. Es ist nur der Fall, wenn der ausgetretene Gallertkern auf einen Nerv drückt.

Bei einem Verschleiß der Stoßdämpfer (Bandscheiben) ergibt sich noch eine weitere fatale Situation: Der Sicherheitsabstand zwischen den Wirbelgelenken verringert sich, dass heißt, die Höhe zwischen zwei Wirbeln verkleinert sich (= Osteochondrose). Die Folgen sind eine Überbelastung der kleinen Wirbelgelenke; es kommt zum Knorpelabbau - wie bei der Arthose - und die kleinen Gelenke reiben direkt aufeinander, was zu unerträglichen Schmerzen führt. Eine arthrotisch veränderte Wirbelsäule in den Wirbelgelenken ist entstanden. Dieses Gesamtbild nennt man Spondylarthrose oder Facettensyndrom.

Eine weitere Entwicklung, die auf den verringerten Abstand zwischen zwei Wirbeln zurückzuführen ist, sind knöcherne Anbauten an den Wirbelkörpern. Mit ihnen reagiert der Körper auf die veränderte Situation. Auch diese Verknöcherungen führen bei Bewegung zu Schmerzen. Des Weiteren bewirkt die "geschrumpfte" Bandscheibe eine gewisse Instabilität der Wirbelsäulenbänder und es entwickelt sich langsam und unmerklich eine Instabilität der betroffenen Wirbelkörper und der dazwischen liegenden Bandscheibe. Schließlich kann es zu einer Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) kommen. Das Rückenmark selbst oder die austretenden Nervenwurzeln werden dadurch beengt. Folgende krankhaften Veränderungen tragen zu dieser Entwicklung bei:

  • Verschiebungen der Wirbelkörper (Spondylolisthesis), die durch Instabilitäten bedingt sind
  • knöcherne Höcker am Wirbelkanal
  • Verdickungen der Wirbelgelenke und Wirbelbänder.

med. Redaktion Dr. med. Werner Kellner





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